Varroa-Rechner – natürlicher Milbenfall & Behandlungsschwelle
Gib den Gemülldiagnose-Wert ein: gezählte Milben und Anzahl Tage. Du erhältst den täglichen Milbenfall und eine Einschätzung zur Behandlung. Kostenlos, ohne Anmeldung.
Richtwerte für den natürlichen Totenfall (Gemülldiagnose). Aussagekräftiger ist zusätzlich die Puderzucker- oder Auswaschmethode (Befall je 100 Bienen). Behandlungsschwellen und Mittel richten sich nach den Empfehlungen deines Imkerverbands – ohne Gewähr.
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So wird der Milbenfall gerechnet
Gezählt wird nicht die Gesamtzahl, sondern der natürliche Milbenfall pro Tag. Nur so sind zwei Messungen überhaupt vergleichbar – eine Windel, die drei Tage liegt, und eine, die zehn Tage liegt, liefern sonst völlig unterschiedliche Zahlen bei gleichem Befall.
gezählte Milben ÷ Anzahl der Tage = Milbenfall pro Tag
Beispiel: 60 Milben nach 10 Tagen ergeben 6 Milben pro Tag. Im Frühjahr wäre das erhöht, aber noch kein Alarm – im Spätsommer liegt derselbe Wert über der Behandlungsschwelle, weil dann die Winterbienen heranwachsen.
Schwellenwerte nach Jahreszeit
Mit diesen Werten arbeitet die Ampel im Rechner – Angaben in Milben pro Tag:
| Zeitraum | beobachten ab | behandeln ab |
|---|---|---|
| Frühjahr (März–Mai) | 5 | 10 |
| Sommer (Juni–Juli) | 5 | 10 |
| Spätsommer (August) | 3 | 5 |
| Herbst/Winter (Sept–Feb) | 1 | 3 |
Die Schwellen sind Orientierungswerte. Sie sind im Spätsommer am strengsten, weil ein Volk mit hohem Befall genau dann die Bienen aufzieht, die es über den Winter bringen sollen. Maßgeblich sind die Empfehlungen deines Imkerverbands oder Bienenzuchtzentrums.
Die Methode gehört zum Ergebnis dazu
Dieselbe Zahl bedeutet je nach Messverfahren etwas anderes. Notiere deshalb immer mit, wie du gemessen hast:
- Gemülldiagnose. Bodeneinlage einlegen, nach mehreren Tagen zählen. Einfach und störungsfrei, aber sie unterschätzt den Befall meist – und sie misst nur die Milben außerhalb der Brut.
- Puderzuckermethode. Rund 300 Bienen in ein Glas, Puderzucker, ausschütteln, Milben zählen. Ergibt Milben je 100 Bienen und ist deutlich aussagekräftiger – kostet aber Zeit.
- Drohnenbrut-Ausschnitt. Zeigt den Befall in der Brut, wo der Großteil der Milben sitzt. Gut als Kontrolle, wenn die Gemüllzahlen verdächtig niedrig wirken.
Was die Zählung verfälscht: Ameisen und Ohrwürmer tragen Milben von der Windel weg (Gitter oder dünner Ölfilm hilft), Räuberei bringt fremde Milben ein, und in den Tagen nach einer Behandlung ist der Fall natürlich künstlich hoch.
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Häufige Fragen zum Varroa-Befall
Wie funktioniert die Gemülldiagnose?
Man legt eine Windel/Bodeneinlage ein, zählt nach einigen Tagen die heruntergefallenen Milben und teilt durch die Anzahl der Tage. Das ergibt den natürlichen Milbenfall pro Tag.
Ab wann muss ich behandeln?
Die Schwelle hängt von der Jahreszeit ab. Im Spätsommer gelten schon wenige Milben pro Tag als kritisch, weil dann die Winterbienen heranwachsen. Der Rechner zeigt dir eine Ampel je Saison – die genauen Werte richten sich nach den Empfehlungen deines Imkerverbands.
Ist die Gemülldiagnose genau genug?
Sie ist ein guter Frühindikator, unterschätzt den Befall aber oft. Ergänze sie mit der Puderzucker- oder Auswaschmethode (Milben je 100 Bienen) für eine sichere Entscheidung.
Wie dokumentiere ich die Behandlung?
In AGRIVO führst du ein digitales Varroa-Behandlungsbuch je Volk und exportierst es als PDF – passend zur Aufzeichnungspflicht.
Wie lange soll die Gemüllwindel liegen bleiben?
Mindestens drei Tage, besser sieben bis zehn. Der Milbenfall schwankt von Tag zu Tag stark - eine Einzeltagszahl sagt fast nichts aus, ein Mittelwert über eine Woche dagegen schon.
Was verfälscht die Zählung?
Ameisen und Ohrwürmer holen Milben von der Windel, dagegen hilft ein Gitter oder ein dünner Ölfilm. Räuberei kann fremde Milben eintragen. Und unmittelbar nach einer Behandlung ist der Fall stark erhöht - dieser Wert gehört nicht in die Befallsbeurteilung.
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